28.10.2017: La Petite France

Diese schönen, alten Fachwerkhäuser finden sich in Strasbourg, genauer im „Gerberviertel“ (Quartier des Tanneurs) des Stadtteils "La Petite France". Das Foto ist zur Mittagszeit entstanden. Aber so sieht es spannender aus, finde ich. 

Bearbeitungsidee nach Dr. Andreas Zachmann aus dem Buch "Monochrom", dpunkt.verlag

27.08.2017: Niederrhein Kalender publiziert

Ich freue mich sehr gemeinsam mit dem calvendo-Verlag die Publikation meines Niederrhein-Kalenders "Märchenhafter Niederrhein" bekanntgeben zu dürfen. Der Kalender ist in 4 unterschiedlichen Formaten von DinA5 bis DinA2 verfügbar und kann im örtlichen Buchhandel oder über Internet-Shops wie Amazon, Calvendo oder buch.de bezogen werden.

 

Lasst Euch inspirieren !

 

DIN A5 Tisch, ISBN 978-3-669-36669-4

DIN A4 Wand, ISBN 978-3-669-36666-3

DIN A3 Wand, ISBN 978-3-669-36667-0

DIN A2 Wand, ISBN 978-3-669-36668-7

 

Zum Kalender per Adresseingabe im Browser oder direkt per Link : http://www.calvendo.de/galerie/maerchenhafter-niederrhein 

 

 

25.08.2017: Kirchleiten-Kapelle, Berchtesgaden

Die Kirchleiten-Kapelle liegt recht exponiert auf einem Hügel oberhalb von Berchtesgaden. Das und der ansonsten freie Blick auf den Watzmann ergibt ein schönes, aufgeräumtes Motiv. So richtig entfaltet sich das Potenzial allerdings zur Abendstunde, wenn die Sterne am Himmel erscheinen. Dafür war es hier fast noch etwas zu früh, wer allerdings genau hinsieht kann einige Sterne speziell um den Kirchturm herum entdecken. 

 

Damit Watzmann und Kapelle in ein sinnvolles Verhältnis rücken, lohnt es sich auf den Weitwinkel zugunsten einer Normalbrennweite (hier 50mm am Vollformat) zu verzichten. Diese Entscheidung bedarf allerdings einer vergleichsweise kurzen Belichtungszeit (hier: 5 sek bei f/8) damit die Sterne aufgrund der Erdrotation nicht verwischen, vgl. auch 500er-Regel. 

 

Der kleine Tempel war leider nicht angestrahlt, also habe ich ihn in der Nachbearbeitung ein wenig hervorgehoben. Auch das Licht der Kapelle habe ich leicht verstärkt. 

05.07.2017: Mühle am Egelsberg, Krefeld - Traar

Manchmal muss man auch Glück haben: Zwar war ein wenig Bodennebel durchaus zu vermuten, aber im Wesentlichen war ich doch wegen der zu erwartenden Morgenröte aufgestanden. Zunächst war von Nebel auch keine Spur, zumindest nicht vor meinem Motiv sondern lediglich auf dem angrenzenden Segelflughafen in Krefeld Traar. Kurz vor Sonnenaufgang aber zog ein Streifen ostwärts direkt vor den Hügel mit der Mühle. 

Manchmal muss man auch Glück haben, wenngleich ich mir das hart erarbeiten musste: Ich bin für dieses Bild um 3:00 Uhr aufgestanden. Meine Frau meinte lakonisch: Nerd! Und man soll ja nicht immer widersprechen. 

28.06.2017: Tour de France in Düsseldorf

Le Grand Départ, also "die große Abfahrt" der Tour de France findet dieses Mal in unmittelbarer Nachbarschaft statt und beginnt an diesem ersten Juli-Wochenende. Entsprechend ist der Düsseldorfer "tour" beleuchtet, schon seit Mittwoch.

 

Exifs: 

1/8 sek bei f/5.6

20 mm

ISO 800

 

19.04.2017: Perlenbach in der Eifel

Dieser kleine Fluss trägt nicht nur einen malerischen Namen, sondern macht ihm auch alle Ehre. Zu dieser Jahreszeit wird er von Narzissen-Wiesen gesäumt, die viele Besucher anlocken. Ein paar dieser Farbtupfer sind im Bild zu erkennen, standen bei dieser Aufnahme allerdings nicht im Fokus (buchstäblich). 

 

Und genau das macht dieses Bild zur Herausforderung. Ich wollte genau diesen Ausschnitt haben, konnte mich aber bei den verwendeten 60 mm Brennweite vor Ort weder vor noch zurückbewegen, so dass die Schärfentiefe auch bei f16 nicht ausreichte um durchgängig zu sein. Ich saß bereits auf einem Felsen, das Stativ im Wasser, keine Chance für Optimierungen durch das vielzitierte "Zweibein-Zoom". Die Alternative wäre genau den umgekehrten Weg zu beschreiten und eine offene Blende zu nutzen um eine punktuelle Schärfe zu erreichen; bei Landschaften allerdings häufig keine attraktive Lösung und ich wollte unbedingt die ganze Szene in der Schärfeebene haben. In diesem Fall kann dann das sog. Fokus-Stacking bemüht werden: Man verschiebt den Fokuspunkt schrittweise nach hinten, und erstellt eine oder mehrere weitere Aufnahmen. In meinem Fall waren nur 3 Fotos erforderlich. Im Makro-Bereich werden es gerne einmal 30 - 80 Einzelaufnahmen, denn die Ausdehnung der Schärfentiefe ist nicht nur abhängig von der gewählten Blende und der Brennweite, sondern insbesondere auch vom Abstand des Sensors (lies: der Kamera) zum Motiv. 

 

Wenige Aufnahmen (wie in diesem Fall) lassen sich mit einer Bildbearbeitungssoftware über Masken zu einem einzigen Bild mit durchgängiger Schärfentiefe zusammenlöten. Eine bessere und zumeist genauere Methode ist die Verwendung einer Software für diesen Zweck, insbesondere bei einer hohen Menge an Ausgangsmaterial. Neben dem kostenpflichtigen Marktführer Helicon Focus finde sich auch noch weitere Freeware-Tools z. B. picolay.

 

Durch die Verschiebung des Fokuspunktes in den Einzelbildern verändert sich auch der Bildausschnitt leicht. Bei der Planung der Aufnahme sollte also darauf geachtet werden nicht zu knapp zu arbeiten. 

 

Exifs: 

0,4 sek bei f/11

60 mm

ISO 200

 

04.04.2017: Gut Dyckhof

Gut Dyckhof am frühen Morgen noch vor Sonnenaufgang. Der Nebel verzog sich relativ schnell wieder, aber die schöne Stimmung konnte ich noch einfangen. Das selbe Motiv, allerdings mit zwei unterschiedlichen Brennweiten und mit einer Zeitdifferenz von ziemlich genau 10 Minuten. Man sieht deutlich die Farbveränderung, die in dieser kurzen Zeit durch den veränderten Sonnenstand hervorgerufen wird. Beide Versionen haben ihren jeweiligen Reiz, finde ich, wenngleich ich die Pastellfarben der früheren Aufnahme durchaus schätze. 

 

Weiter unten noch eine dritte Aufnahme bei Morgenrot vom 10.04.2017

04.03.2017: Tutorial für bodennahe Aufnahmen

Jetzt wo die ersten Frühblüher den Frühlingsbeginn markieren bietet sich die Gelegenheit für erste Blümchenbilder. Die Pflänzchen sind aber vergleichsweise klein und die typische Perspektive ("von oben") eignet sich eher nicht für attraktive Aufnahmen. 

 

Also bleibt die Wahl sich mit der Kamera auf den Boden zu legen um einen möglichst tiefen Standpunkt zu erreichen. Allerdings wird man schnell feststellen, dass diese Position erstens nicht bequem ist und zweitens das genaue Fokussieren erschwert. Durch den relativ geringen Motivabstand bei Nutzung eines typischen Makroobjektivs mit Brennweiten zwischen 60 und 200 mm werden reproduzierbare Aufnahmen zu Herausforderung. 

 

Ein Bohnensack tut hier gute Dienste, oder ein Ministativ, das allerdings je nach Kameraausstattung qualitativ hochwertig sein und über eine entsprechende Tragkraft verfügen sollte. Das Ministativ ist eher ein Spezialwerkzeug und nicht jeder dürfte darüber verfügen. Der Bohnensack hat allerdings den Nachteil, dass er sich auf einem feuchten oder erdigen Untergrund auf Dauer nicht wirklich wohl fühlt, was der Fotograf sicherlich gerne bestätigt.

 

Das klassische Dreibein-Stativ lässt sich insofern einsetzen, als dass die Stativbeine üblicherweise in einem 90° Winkel gespreizt werden können. Hier verbleibt allerdings die Minimalhöhe des Stativs plus ggf. ein Stativkopf und die Eigenhöhe der Kamera, so dass von einer wirklich bodengleichen Aufnahmehöhe auch hier keine Rede sein kann. Auch stören die gespreizten Beine weil sie Pflanzen in der Umgebung des Motivs schädigen könnten. 

 

Dennoch bietet das Dreibein eine gute Lösungsmöglichkeit und zwar bei inverser Nutzung der Mittelsäule, wie im Making-Of Bild unten gezeigt. Ich bin grundsätzlich kein Freund der Mittelsäule. Im Normalfall bleibt sie eingezogen, weil sie den Aufbau instabil und windanfällig macht. Bei meinem Manfrotto 055 XPROB habe ich sie sogar ausgebaut für maximale Stabilität. In diesem Kontext lässt sie sich allerdings trefflich nutzen: Die Kamera wird über Kopf montiert und damit spielt die Höhe des Aufbaus z. B. durch den Stativkopf keine Rolle mehr. Den Boden berührt das Stativ auf diese Weise nur mit den Füßen und nicht mit der gesamten Länge der Beine bei gespreizter Stellung. 

 

Ein Nachteil ist natürlich, dass die Fotos kopfüber aufgenommen werden, was in der Bildbearbeitung korrigiert werden muss. 

 

Für das Bild habe ich einen Reflektor eingesetzt. Das ist vielleicht etwas überdimensioniert; eine Alufolie oder eine Rettungsdecke wie im Hintergrund zu sehen tun ihren Dienst genau so gut. Bei starkem Sonnenlicht kann ein Diffusor die Kontraste unter Kontrolle bringen. 

 

Damit die Arbeit möglichst komfortabel ist und der Fokus genau sitzt habe ich die Kamera über einen mobilen Access-Point mit einem Tablet verbunden und ferngesteuert. 

 

Die Aufnahme-Daten: 

Brennweite: 105mm; Belichtungszeit: 1/60 Sek; Blende: f8; ISO: 200; 

Fernauslösung; Reflektor

 

Anbei noch ein Making-Of Bild und eines der Ergebnisse: 

 

01.03.2017: meteorologischer Frühlingsbeginn

Heute ist meteorologischer Frühlingsanfang, wie immer am 01.03. auf der Nordhalbkugel. Grund genug für ein "Plümchen-Foto" aus dem Vorgarten zumal es zwischen dem ganzen Regen heute noch ein paar Sonnenstrahlen hatte, die ich nur zu gerne eingefangen habe.

03.02.2017: Schrammsteinaussicht

Als die Naturschönheiten verteilt wurden, hat das Elbsandsteingebirge bemerkenswert gut abgeschnitten. Dieses Bild entstand letzten Sommer aus ingesamt 10 Einzelbildern nach Sonnenuntergang. Das Zurückkommen von dieser luftigen Aussicht war ein wenig spannend und ich war froh in weiser Voraussicht eine Stirnlampe eingepackt zu haben. Der Weg zum Auto dauerte ca 50 Minuten und bis dahin war es stockdunkel. 

25.01.2017: Haus Langendonk --> Das Beste aus Allem!

Die wunderschöne alte Ruine befindet sich am Niederrhein bei Geldern. Die Lage ist relativ exponiert, von Nordwesten aus fotografiert werden die umgebenden Gebäude soweit wie möglich ausgeblendet. Im Winter ist dieses Motiv im morgendlichen Gegenlicht also optimal zu fotografieren. 

 

Im Turm nisten Vögel, bzw. nisten wäre zu viel gesagt, zu dieser Jahreszeit halten sie sich wohl eher dort auf. Zusammen mit den Kanada-Gänsen besteht also eine gute Wahrscheinlichkeit, dass sich Vögel in das Motiv integrieren lassen. Diese sieht man natürlich nur im Flug wirklich gut, dann aber tragen sie nach meiner Auffassung sehr zur Stimmung im Bild bei. 

 

Nachteilig ist, dass zum interessanten Aufnahmezeitpunkt vor Sonnenaufgang die Lichtverhältnisse bei niedriger ISO und Belichtungszeiten von ca. 1/5 Sekunde nicht wirklich geeignet sind um die Vögel im Flug scharf abzubilden. Man erhält verwischte Schatten, wenn überhaupt. Die ISO auf erhebliche Größen einzustellen ist wegen des zu erwartenden Bildrauschens nach meiner Auffassung vielleicht eine einfache, aber nicht die beste Lösung. Auch wenn sich bei der Bildqualität bei High-ISO eine Menge getan hat versuche ich doch, die bestmögliche Aufnahme "aus dem Feld" mitzubringen. Spätestens in der Nachbearbeitung macht sich das Fehlen von Details sicherlich bemerkbar. 

 

Wie kann man dieses Problem lösen? Ein Stativ ist ja vermutlich bereits am Start, damit Aufnahmen zu dieser Tageszeit wirklich gelingen. Der Bildausschnitt ist vermutlich bereits gewählt. Dann spricht ja nichts dagegen zunächst ein qualitativ hochwertiges Bild bei niedriger ISO zu erstellen. Danach lässt sich die ISO hochdrehen, so dass Belichtungszeiten von mindestens 1/200 sek erreicht werden, besser noch etwas weniger. Wer die Flugbahn berechnen kann, mag vielleicht auch die Blende weiter öffnen. Möglicherweise ist dadurch keine durchgängige Schärfe mehr gegeben, aber das macht ja nichts, so lange die Vögel scharf abgebildet werden. 

 

Danach verfügt man also über (mindestens) 2 Aufnahmen mit annähernd gleichem Bildausschnitt. Annähernd, weil eine leichte Verschiebung durch die Bedienung der Kamera auch bei Stativeinsatz nicht ausgeschlossen ist. Diese beiden Bilder lassen sich nun in einem ebenenfähigen Bildbearbeitungsprogramm überlagern, dabei dient das hochwertige Bild als Grundlage, das Vogelbild wird in der Ebene darüber abgelegt und mit einer schwarzen Maske ausgestattet. Durch das Auftragen von Weiß mit einem weichen Pinsel lassen sich die Vögel nun ins Bild malen. Ansonsten bleibt die hochwertige Aufnahme erhalten. 

 

Wer ästhetisch nichts gegen das Vorgehen einzuwenden hat oder es als "unsportlich" empfindet, kann natürlich auch Vögel aus einem gänzlich anderen Bild freistellen und einfügen. Das geht über Auswahl durch Kanäle ganz gut, im vorliegenden Fall würde der Rot-Kanal den besten Kontrast liefern. Da die Vögel schwarz sind, gibt es kaum Probleme mit Farbkontaminationen. Die Maske (wie im vorliegenden Abschnitt) ist hier eher keine Lösung, weil die Farben im Himmel bei unterschiedlichen Aufnahmezeitpunkten oder -situationen wahrscheinlich nicht identisch sind.  

 

Viel Spaß beim Ausprobieren! 

 

22.01.2017: Haus Langendonk

Diese Turmruine ist das Einzige, was von der ehemaligen Wasserburg bei Issum am Niederrhein übrig geblieben ist. Die gesamte Burganlage muss einst recht trutzig gewesen sein. Ich hätte sie gerne in vollständiger Ausführung gesehen. Aber auch so ist das eine schöne Stelle zum Fotos schießen. Ein typisches Wintermotiv, aber kalt bei -7°, die es heute morgen hatte, da hat auch die Sonne erstmal nicht weitergeholfen! Bis vor kurzem stand noch ein alter Baum vor dem Turm, es ist sehr schade, dass er offenbar gefällt wurde. Das Motiv hätte sonst noch mehr gewonnen.

07.11.2016: Kloster Ettal

Wer das beeindruckende Kloster bereits selbst besucht hat weiß, dass die Lichtinstallation so wie sie im Bild gezeigt wird real nicht existiert. Tatsächlich ist sie komplett mit der Hilfe von Adobe Lightroom® entstanden. In der Tat war es zum Zeitpunkt der Aufnahme ca. 17:00 Uhr im Hochsommer: mithin konnte auch von Abendstimmung keine Rede sein. 

 

 

Das Ausgangsmaterial für die vorliegende Arbeit habe ich unten beigefügt. Bei der Aufnahme habe ich auf Symmetrie geachtet, vor allem die Linien laufen genau in die Ecken und führen den Betrachter ins Bild hin zum Eingang der Kuppel die natürlich das Hauptmotiv ist. Trotz der verwendeten 14mm (Kleinbild-Format) wirkt das Bild am oberen Rand  eher knapp, die Kreuze könnten etwas mehr Raum vertragen. Das ließ sich jedoch nicht vermeiden, da ich durch eine möglichst genaue Kameraausrichtung stürzende Linien am Gebäude zu verhindern suchte. Der Farbkontrast ist eher überschaubar, neben dem kräftigen Grün findet sich ein wenig orange und gelb, darüber hinaus jedoch auch viel Grau. Alles in allem ein solides Bild, mit einer spannenden Wolkenstruktur, jedoch keine Ansicht, die den Betrachter nachhaltig ins Bild zieht und einlädt auf Entdeckungsreise zu gehen

 

Meine Vorstellung von der fertigen Arbeit war allerdings eine andere, und so habe ich einmal untersucht, welche Möglichkeiten Adobe Lightroom® zur Bearbeitung bietet, hier möglichst konsequent unter Verzicht auf den Einsatz von Adobe Photoshop®. Es war mir nicht wichtig die realen Gegebenheiten abzubilden, hingegen einen Hell-Dunkelkontrast sowie mehr Spannung durch einen Farbkontrast zu generieren. Dabei habe ich billigend in Kauf genommen, dass das fertige Bildeindruck eher „künstlich“ wirkt. 

 

Durch die Nutzung des Raw-Formates besitzt das Ausgangsmaterial genügend Potenzial auch für eine intensive Bearbeitung. Die Arbeitsfläche des Bildes habe ich allerdings erweitert (hier kam dann doch Photoshop zum Einsatz) um dem Himmel aus weiteren hochformatigen Bildern so zu ergänzen, dass die Turmspitzen nach oben mehr Raum erhalten. Dadurch wirkt das Bild weniger gequetscht. Die Hochformate hatte ich mit Blick auf ein mögliches Panorama vor Ort erstellt. Ohne Stativ allerdings war das Ergebnis nicht wirklich überzeugend. Im Himmel allerdings spielte das keine Rolle. 

 

Die Basis für die weitere Bearbeitung ist ein deutliches Reduzieren der Gesamthelligkeit. Durch zwei Radialfilter habe ich den äußeren Rand einerseits noch weiter abgedunkelt und ihm andererseits eine kühlere Farbtemperatur mitgegeben. Dies führt zu dem blauen Himmel, der im Original so nicht gegeben war. Im Gegensatz dazu habe ich die Mitte durch einen Radialfilter aufgehellt und eine warme Farbtemperatur zugefügt. So entsteht ein Kalt-Warm-Gegensatz, der außerdem noch Komplementärfarben liefert. 

 

Die Lichter am Gebäude sind ebenfalls Radialfilter mit entsprechend weichem Verlauf. Die Einstellung dieser Filter basiert auf einer Anhebung der Helligkeit einer- sowie einer wärmeren Farbtemperatur andererseits. Der weiche Verlauf erzeugt den Lichtsaum. Für noch mehr Glaubwürdigkeit müssten zusätzliche Lichtquellen in das Bild retuschiert werden. Auch der helle Bereich in der Mitte ist nicht „erklärbar“, aber das war auch nicht mein Fokus. Wichtig war mir vor allem ein wenig mehr Dramatik im Bild. Durch eine Kontrastanhebung habe ich Lichter und Schatten noch einmal betont, allerdings auf Kosten von etwas mehr Sättigung, die ich in der Folge leicht reduziert habe. Dennoch ist der Gesamteindruck auf den zweiten Blick nicht unbedingt „realistisch“. 

 

Das Bild entstand im übrigen in einem nicht-öffentlichen Raum. Aus diesem Grund ist das Einholen einer Genehmigung vor Veröffentlichung durch den Eigentümer erforderlich. Ich bin dem nachgekommen, habe das Kloster Ettal (http://www.kloster-ettal.de) angeschrieben und die Genehmigung dankend erhalten. Im Gegenzug habe ich dem Kloster eine Kopie der fertigen Arbeit überlassen. Das Kloster setzt mein (fiktives) Bild  nun als Inspiration für die neue Lichtgestaltung im Rahmen der Landesausstellung 2018 ein. http://www.landesausstellung-ettal.de/landesausstellung-2018-ettal/

Wenn ihr also 2018 die Landesausstellung besucht und das Lichtsetting sieht dem vorliegenden Bild ähnlich, dann lautet die Antwort auf die Frage „wer hat’s erfunden“ diesmal nicht „Die Schweizer“  ;-)  

 

 

Viel Spaß beim Nachmachen mit Euren Bildern. 

11.10.2016: Burg Eltz

Für mich "die Burg schlechthin". Lediglich die Menschenmassen und die Fotografen stören ;-) Hier ist Geduld gefragt, oder eine Langzeitbelichtung. Letzteres hätte ich in diesem Fall aber wegen des dramatischen Himmels als schade empfunden. 

 

Die dramatische Lichtstimmung habe ich in der Nachbearbeitung etwas betont, sowie das Bild insgesamt leicht entsättigt. 

03.10.2016: Kreidefelsen in Dänemark

Ich stelle fest, dass ich zunehmend zur 1:1 Darstellung bei Bildern neige. Ein sehr ruhiges und ausgewogenes Format. 

Bei dem vorliegenden Bild hat es zu dem den Vorteil, dass die Steine im Vordergrund als "Eckenläufer" dienen. Von rechts unten wird der Blick entlang der Küstenlinie zum Hauptdarsteller gezogen, den beeindruckenden Kreidefelsen auf der dänischen Insel Møn.

Das Bild entstand noch vor Sonnenaufgang. Sobald die Sonne den Horizont überschritten hat, färbt sie die Felsen in leuchtendes Orange. Ein wunderschönes Schauspiel, dass sich allerdings nur dem erschließt, der rechtzeitig vor Ort ist. Zurückblickend finde ich die kühle Stimmung vor Sonnenaufgang aber mindestens genau so attraktiv. 

Ich hatte die Küste für mich allein. Kein Wunder, es war 4:45 Uhr an diesem Julimorgen.

 

27.09.2016: Die Holzbachschlucht

Ein sehr beliebtes Ausflugsziel im Westerwald ist die Holzbachschlucht bei Gemünden. Es handelt sich dabei um ein Naturschutzgebiet, in dem sich seinerzeit auch der berühmt/berüchtigte Räuber Schinderhannes aufgehalten haben soll. Bei der wildromantischen Schlucht kann man sich das auch gut vorstellen. 

 

Der Holzbach selbst ist 14 km lang und ein Zufluss des Elbbachs. Elbbach ... Elben ... Grund genug in der Nachbearbeitung ein wenig auf Mystik zu setzen. 

26.08.2016: Die Elbe

Die Elbe

vom Lilienstein aus gesehen. Die schöne Knüppelkiefer (siehe Bild unten) ist zwar nicht mit aufs Foto gekommen, aber der Blick die Elbe aufwärts nach Tschechien entschädigt dafür. Beides zusammen geht leider nicht.

Im Hintergrund rechts der Elbe die Königskrone und der Zirkelstein. 
Linksseitig die Schrammsteinkette und der Falkenstein.

19.08.2016: Die Barbarine

Die Barbarine ist ein Wahrzeichen der sächsischen Schweiz. Sie ist 42,7m hoch, findet sich auf dem Pfaffenstein und wurde 1905 zum ersten Mal bestiegen. Der Fels ist inzwischen instabil, so dass ein Besteigungsverbot ausgesprochen wurde. Die Felsnadel wurde durch aufwändige Maßnahmen gesichert.

 

Um die Barbarine rankt sich eine Sage, demnach sei sie eine versteinerte Jungfrau. Und das kam so:

Eine Mutter forderte ihre Tochter auf Sonntags zur Kirche zu gehen. Statt dessen stieg diese aber auf den Pfaffenstein zum Heidelbeeren pflücken. Dabei wurde sie von der erzürnten Mutter erwischt und von dieser verwünscht, sie solle zu Stein werden. Und seitdem steht sie dort als Mahnmal für ungehorsame Kinder.

 

Ich komme aber nicht umhin mir ein paar Fragen zu stellen. Zum Beispiel die was die Tochter wohl wirklich getrieben hat .... da oben ... in den Heidelbeeren ...

Oder warum die Mutter sich an gleicher Stelle aufgehalten und nicht auch selbst die Kirche besucht hat ...

 

Wie auch immer ... fotografisch ist die Stelle etwas heikel. Der vergleichsweise leicht zugängliche Bereich links im Bild ist nicht optimal, weil die Felsnadel dann nicht wirklich frei im Bild steht. Der von mir gewählte Standplatz ist nicht ohne ein gewisses Risiko erreichbar, zumal mit 15 kg Fotoausrüstung. Direkt rechts geht es 40 m abwärts, ein Fehltritt sollte also vermieden werden; und die Ausrüstung auch nicht runterfallen. Ich habe während unseres Urlaubs den einen oder anderen Objektivdeckel in Felsritzen entdeckt. Verlaufsfilter scheiden hier als Kontrastausgleicher aus. Bleibt die gute alte Belichtungsreihe. Weiterhin hat der Weitwinkel den Nachteil, dass der (fotogene) Hintergrund an Aufmerksamkeit verliert. Das vorliegende Bild mit 38mm Brennweite ist also ein Kompromiss. Ich habe zu einem früheren Zeitpunkt am Tag noch ein mehrzeiliges Panorama gefertigt, das mit einer Normalbrennweite erstellt wurde. Die Bildwirkung ist ungleich attraktiver. Das geht unmittelbar bei Sonnenaufgang natürlich nicht mehr.

08.08.2016: Auf dem Lilienstein

Die wahrscheinlich meist-fotografierte Kiefer in der Sächsischen Schweiz. Den Lilienstein hatte ich etwas unterschätzt, ich musste mich ganz schön sputen um rechtzeitig vor Ort zu sein. Einigermaßen außer Atem war ich dann doch 45 Minuten vor Sonnenaufgang am Platz, den ich erfreulicher Weise für mich alleine hatte.

Hinter der Kiefer ist Bad Schandau zu erkennen. Rechts im Hintergrund der Falkenstein.

 

exif-daten:

1,6 sek

ISO 100

f16

WA: Sonnenschein (5050k)

38mm 

 

Stativ, Kabelauslöser, Grauverlauf ND4

Bearbeitung: Tonwertkorrektur

08.08.2016: Im Elbsandsteingebirge

Keine Frage: Die sächsische Schweiz ist ein Muss für jeden Fotografen. Nirgendwo sonst reihen sich Naturschönheiten im Rahmen eines Nationalparks vergleichbar aneinander. Viele Künstler haben dort gewirkt; unter anderem der von mir sehr verehrte Caspar David Friedrich. Durch Internet-Recherche sind viele gute Standplätze ermittelbar, die allerdings mitunter den Nachteil haben, dass man sie sich teilen muss. Doch auch abseits des Nationalparks finden sich tolle Spots. Wie z. B. der "Gohrisch" (genauer: Gohrischstein), der sowohl morgens als auch abends zum Fotografieren einlädt. Durch die häufige Nebelbildung im Elbtal ist der Morgen aber ungleich attraktiver, wie ich meine. 

 

Im Sommer ist das ein mühsames Unterfangen. Für das beigefügte Foto musste ich um 3:30 Uhr aus den Federn. Nebel war an diesem Morgen recht wahrscheinlich, da es Abends vorher noch geregnet hatte. Die Schwaden begann irgendwann "zu wandern" und über den Kleinhennersdorfer Stein zu ziehen. Um diesen Effekt sichtbar werden zu lassen habe ich einen Graufilter (ND64) eingesetzt um die Belichtungszeit auf 13 Sekunden verlängern zu können. Der exponierte Stein im Vordergrund ist die "Hunskirche" auf dem Papststein gegenüber. Auf mich wirkt es so, als würde er die Szene "betrachten". Im Hintergrund ist die Schrammsteinkette zu sehen sowie (fast schon "abgetaucht") der Falkenstein. 

 

 

exif-daten:

13 sek

ISO 100

f11

WA: Sonnenschein (5050k)

70mm 

 

Stativ, Kabelauslöser, Graufilter ND64, Grauverlauf ND4

Bearbeitung: Tonwertkorrektur

11.07.2016: Die junge Erft

Die Quelle der Erft befindet sich in Holzmülheim, sie fließt durch Euskirchen, Bedburg und Grevenbroich und mündet bei Neuss in den Rhein. Dabei legt sie eine Strecke von ca 107 km zurück. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Erft

 

Das vorliegende Bild entstand kurz vor Sonnenuntergang in Euskirchen-Rheder.

exif-daten:

1,6 sek

ISO 200

f11

WA: Auto

14mm 

 

Stativ, Polfilter, Grauverlauf ND8

14.06.2016: Medienhafen Düsseldorf (Winter 2012)

Fotos sind wie guter Wein: manchmal müssen sie etwas lagern, damit man ihr Potenzial abrufen kann ... ich glaube, das hatte ich weiter unten schon einmal erwähnt.

 

Das beiliegende Foto stammt noch aus 2012 und zeigt den Medienhafen in Düsseldorf mit dem Hyatt-Hotel, das sich inzwischen zu einer beliebten Location für Portrait-Fotos entwickelt hast. Aber auch für eine City-Scape Aufnahme bieten sich hier gute Möglichkeiten. Ich wollte eine futurische Landschaft bearbeiten, und da fiel mir dieses alte Festplattenschätzchen in die Hände. Gut, dass es im raw-Format geschossen war (wie eigentlich alle meine Fotos), so konnte viel Potenzial für die Bearbeitung gehoben werden. 

 

1/250 sek

f8.0

ISO 100

Nikkor 24-70 f2.8G ED@45mm

13.05.2016: Freitag der 13. ?!?

Nein, es muss kein Unglückstag sein, wenn man nicht gerade ein Tempelritter ist. 

Die kleine noch 4-jährige Tochter wollte unbedingt mit dem Prinzessinnen-Kostüm vor die Kamera. Und sie hat, ohne dass ich noch etwas tun musste, sich in Pose geworfen wie ein Profi. 

 

Also: richtig viel Glück gehabt! 

16.04.2016: Starkstrom

Kraftwerk Neurath bei Grevenbroich

 

Ich wollte doch mal nachschauen, ob wir morgen auch noch Strom beziehen können. Sieht vielversprechend aus ;-)

Mit 2 Grauverläufen (je 0,6 hard & soft)

 

Eigentlich hatte ich eine Langzeitbelichtung geplant (und auch zusätzlich durchgeführt), aber die Rauchstrukturen profitieren nach meiner Meinung nicht wirklich davon. Vielleicht lade ich noch ein Vergleichsbild hoch. 

 

Auf der Hinfahrt bin ich echt nervös geworden: Jede Ampel rot, und ein paar Leute vor mir, die schon sehr im Wochenende waren ... währenddessen läuft die Uhr 'runter ... hat gerade noch gepasst. 

 

24.03.2016: Wellenbrecher (Westkapelle, Zeeland, NL)

Der Strand bei Westkapelle zeichnet sich durch diese Wellenbrecher aus. Grund genug daher, das Gehölz einmal in Szene zu setzen. Nach einiger Zeit setzen sich Tang und Muscheln daran fest und geben dem Holz ein "antikes" Aussehen.

 

An diesem Tag im März war es eher bedeckt und leicht windig. Nicht notwendigerweise ein ideales Fotowetter, zumal nicht mittags. Die Lösung: Weniger auf Licht, statt dessen eher auf Strukturen setzen. Durch einen 6 stufigen ND-Filter konnte ich die Belichtungszeit auf 4 Sekunden verlängern. Das sich bewegende Wasser hinterlässt auf diese Weise schöne Spuren im Bild. Im Gegensatz dazu sorgen die Wellenbrecher für die erforderliche Stabilität im Bild. Zusätzlich sorgen die rötliche Tonung des Bodens und der bläuliche Himmel für einen Farbkontrast. Diese Farbgebung habe ich in der Nachbearbeitung verstärkt. 

 

Bei einer Belichtung dieser Dauer ist natürlich ein Stativ erforderlich, welches sich auch die nassen Füße abholen muss. Idealer Weise erfolgt die Auslösung remote oder durch ein Kabel, um Verwacklungen durch den Spiegelschlag zu vermeiden. 

Um den Helligkeitsunterschied zwischen Himmel (Gegenlichtsituation trotz der Wolken) und Vordergrund etwas abzusoften ist ein Grauverlaufsfilter hilfreich. Wahlweise kann dies auch in der Nachbearbeitung durch einen digitalen Verlauf gelöst werden, sofern die Lichter nicht ausgefressen sind. Hierbei sind allerdings Qualitätseinbußen einzuberechnen. Vor Ort ist in jedem Fall die Kontrolle des Histogramms geraten. 

 

Die Vignette entsteht i. W. durch den längeren Weg, den dass Licht an den Rändern des Filters durch das Glas zurück legen muss: Der Filter hat so bei Weitwinkelobjektiven an den Rändern eine stärkere Wirkung. Allerdings habe ich die Mitte des Bildes zusätzlich durch einen Radial-Filter noch etwas aufgehellt. 

06.03.2016: Neuer Zollhof 2 (Düsseldorf, NRW)

Diese Aufnahme entstand nachmittags um ca. 14:30 Uhr. Der Platz war dementsprechend bevölkert, insbesondere durch Fotografen ;-) 

Durch eine lange Belichtungszeit von fast 4 Minuten wird der Himmel weichgezeichnet, die einzelnen Wolken verschwimmen zu einem einheitlichen Ganzen. Ich mag diesen leicht surrealen Effekt. Möglich wird das durch Verwendung eines Graufilters (in diesem Fall eine Combo aus ND1000=10Stufen & ND8=3Stufen). So konnte die Belichtungszeit mit einem Verlängerungsfaktor von 8000 versehen werden. 

Als angenehmen Nebeneffekt räumt das auch den Platz leer, inkl. der Fotografen ;-) 

 

In jedem Fall ist darauf zu achten, dass kein Streulicht einfällt, z. B. durch den Sucher oder zwischen Filter und Objektiv, weil auf diese Weise Farbverschiebungen entstehen können.

01.03.2016: Grand Canal du Nord (Neuss, NRW)

Grand Canal du Nord

 

im Jahr 1806 ließ Napoleon eine schiffbare Verbindung zwischen Maas und Rhein erbauen. Fertiggestellt wurde er aber nicht; die Bauarbeiten wurden nach einem Drittel eingestellt, weil Napoleon sich Holland vereinnahmt und damit Kontrolle über die Seehäfen erlangt hatte. Das machte den Kanal obsolet. 

 

Heute morgen hatte es "zapfige" Temperaturen. Das begünstigte die Dunstbildung. Der Nordkanal befindet sich links im Bild, hier entlang führt ein Radweg bis nach Neuss. 

 

10.10.2015: Irreler Wasserfälle

Die Irreler Wasserfälle in der Südeifel sind keine "Fälle" im eigentlichen Sinn, sondern eher Stromschnellen. Entstanden sind sie in der Eiszeit, nachdem durch einen Felssturz die Prüm an dieser Stelle aufgestaut wurde.


Bis kurz vor dem Foto hat es noch geregnet, daher präsentierte sich das Grün entsprechend kräftig. Der Polfilter unterstützt diesen Eindruck noch einmal.


Die Aufnahmeposition ist ein bischen heikel ... ich hatte wohlweislich Gummistiefel mitgenommen, die aber nichts genutzt hätten weil das Wasser an dieser Stelle bestimmt einen halben Meter tief ist. Also wäre eine Wathose erforderlich, die ich aber nicht habe. Außerdem ist die Strömung so kräftig, dass mein Reisestativ nicht fest im Wasser stehen würde. Statt dessen bin ich also sehr zur Belustigung meiner Familie von Stein zu Stein gehüpft, um an diese Stelle zu gelangen. Ein Stativ hilft auch die Balance zu halten, die Steine sind doch recht glitschig.


An mehreren Stellen ist mir dieses Motiv in der Region wieder begegnet: U. a. als Glasfenster in einem Restaurant und als Ölgemälde in einem Gasthaus.


Hier die exifs zum Nachmachen:
Nikkor 24-70mm@42mm
30 sek bei f11, ISO 100
Stativ, Kabelauslöser inkl. Spiegelvorauslösung, Polfilter, nd filter 64x (+6 EV)
Manueller Weißabgleich über Graukarte

16.09.2015: Memories

Hin und wieder begegne ich dem alten Mann und seinem "Goldie", wenn ich morgens auf dem Weg zur Arbeit durch den Wald fahre.

Manchmal wechseln wir ein paar Worte, insbesondere dann, wenn er mich mit der Kamera sieht; Denn er hat zu seiner Zeit auch gerne fotografiert. Insbesondere in den Gerresheimer Höhen bei Düsseldorf, wovon er mir gerne berichtet.

Ich bin dankbar, dass er einer Veröffentlichung des Bildes zugestimmt hat.

 

Diese Stelle im Kaarster Stadtwald ist ein dankbares Motiv, weil rechter Rand der Wald aufgeforstet wurde. Dadurch fällt im Frühherbst Licht ein. Wenn dann die Feuchtigkeit hochsteigt ist die Buchenallee ein Garant für schöne Nebelstimmungen. Durch Verwendung eines Teleobjektivs rücken die Stämme optisch enger zusammen. Der Nebel sorgt aber für eine klare Trennung der einzelnen Stämme.

Vermutlich ist diese Stimmung in wenigen Jahren so nicht mehr vorhanden, weil dann die Bäume so hoch gewachsen sein werden, dass kaum noch Sonnenlicht zu früher Stunde durchkommt. Dann muss ich mir eine andere Lieblingsstelle aussuchen ;-)

10.08.2015: Moorhütte

An diesem Morgen sah es nun gar nicht nach Nebel aus, als ich auf dem Weg zum Kochelsee an dieser Moorlandschaft vorbeifuhr. Also kurzer Hand den Plan komplett über den Haufen geworfen: Hier musste ich einfach anhalten.

Eigentlich hatte ich gute Wanderschuhe dabei, aber nach 2 Stunden in der feuchten Wiese waren meine Füße komplett nass. Es hat sich im Übrigen bewährt bei diesem Nebel ein oder zwei Mirkofasertücher dabei zu haben, denn früher oder später kondensiert die Feuchtigkeit auf dem Objektivglas oder den Filterscheiben.


Aufnahmetechnik und exifs für dieses Bild:

Nikon D800E

Nikkor 24-70mm G ED@48mm

ISO 100

1/60 sek

f11

Kabelauslöser & Spiegelvorauslösung

2 Grauverlauffilter 0.6 (soft & hard)

Stativ

01.07.2015: Im Garten

Im Garten liefert der Sommer eine Fülle von Motiven. Beerenobst zum Beispiel. Hier fotografiert im abendlichen Gegenlicht, weshalb die Farben fast schon herbstlich wirken. Mit einer offenen Blende und einem leichten Teleobjektiv lässt sich ein schönes Bokeh erzeugen. Weil ich zeitgleich aber die Beere durchgängig scharf abbilden wollte habe ich zusätzlich eine Aufnahme mit geschlossener Blende (f16) erstellt und beide überlagert. Wie so etwas funktioniert ist Gegenstand meiner Kurse zur Bildbearbeitung.


In diesem Fall habe ich mit einem Reflektor noch für ein wenig Aufhellung gesorgt. Damit der Wind die Blätter nicht verwischt habe ich mich mitt 400 für einen vergleichsweise hohen ISO-Wert entschieden.








exif-Daten:

Nikon D800E

Nikkor 105mm f2.8 micro

ISO 400

Blende f4 (f16)

Belichtungszeit 1/640  (1/60)

13.06.2015: In Luxembourg

Hier lässt es sich leben! Vor allem die Landschaft der Müllerthals ist eine Reise wert. Wer wie ich einen Faible für Fels, Wals und Wasser hat wird hier nicht enttäuscht werden: Ein Paradies für Wanderer und Fotografen. Dabei ist auch die deutsche Seite mit Teufelsschlucht und "Jurassic Park" nicht zu verachten.

 

Der Schiessentümpel ist recht bekannt. Mithin sollte man ihn zu Zeiten besuchen, zu denen "Ottonormalwanderer" noch beim Frühstück sitzt (wenn überhaupt). Möglicherweise lohnt sich auch ein Besuch in den Abendstunden, weil es dann eine Gegenlichtsituation geben könnte, was ich leider nur vermuten kann, da wir uns zu dieser Stunde schon wieder auf der Rückreise befanden. Wie auch immer: Um zu dieser Ansicht zu gelangen musste ich samt Equipment über einen Baum in die Flussmitte balancieren, wo ein großer Stein zum Verweilen einlädt. Auch hier hat das Stativ gute Dienste geleistet. Es lohnt sich also wirklich eines dabei zu haben.

 

Leider hatte es ein wenig Windbruch vor Ort, weshalb die Perfektion des Motivs ein wenig gelitten hat. Ich persönlich fand das herumliegende tote Gehölz in einem Maße störend, dass ich in der Nachbearbeitungs ein wenig aufgeräumt habe. Dies und weitere Bildbearbeitungstechniken sind Gegenstand meiner Kursangebote. 


Eine Stelle ist nach meiner Auffassung besonders prominent bearbeitet. Wer den "Fehler" findet erhält eine Beschreibung wie diese spezielle Nachbearbeitungstechnik funktioniert. Es braucht dazu kein Photoshop ;-)

Mail an w.lott.photography@gmail.com inkl. Beschreibung der betreffenden Stelle genügt.

Eigentlich wollte ich erst um kurz vor sieben am Schiessentümpel sein, da ich annahm, dass die Sonne wenn überhaupt erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Tal scheinen würde. Offenbar hatte ich aber meinen Wecker eine Stunde zu früh eingestellt, weshalb ich um 05:15 Uhr bereits im Auto saß und einigermaßen überrascht feststellte, dass die Sonne noch gar nicht aufgegangen war. Wieder hinlegen war aber auch keine Option also das Beste daraus machen. Summa summarum bin ich auch gar nicht unglücklich, denn sonst wäre das Bild unten nie entstanden. Herzlichen Dank also an den Wecker!

06.05.2015: Beifang

Wenn man also schon in aller Herrgottsfrühe zum undankbaren Job des Brötchenholens entsandt wird, kann man das Angenehme ja auch mit dem Nützlichen verbinden. Also Kamera mitnehmen und auf das Beste hoffen.


An diesem Morgen im Westerwald war die Sonne zwar schon seit 1 1/2 Stunden aufgegangen (mithin etwas spät für Landschaftsfotots) aber gerade hatte die genügend Kraft um den Nebel aus dem Tal zu ziehen. Das ergab eine spektakuläre Stimmung, der ich versucht habe mit u. a. Bild gerecht zu werden. Der blühende Raps tut natürlich sein Übriges.


An die Brötchen und die hungernde Familie habe ich natürlich auch gedacht ..... später ;-)


26.02.2015: volle Konzentration

Das Wetter am 26.02. morgen gab es einfach her: Kühl, feucht aber klarer Himmel. Beste Voraussetzungen für Nebel. Also heißt es für den Weg auf jeden Fall die Kamera einpacken. Für Fotos im Wald bietet es sich an mit einem mittleren Tele zu arbeiten: Hierdurch wird das Bild verdichtet, was Baumstämme optisch enger zusammenrücken lässt. Nachteil: Das Bild kann flach und 2-dimensional wirken. Durch den Dunst aber wird der Eindruck von Tiefe begünstigt, da die Elemente im hinteren Teil des Bildes deutlich heller und unschärfer abgebildet werden.Eine gute Kombination also.


Problem: 120mm Brennweite sind früh morgens nur schwer aus der Hand zuhalten, weil die für dieses Bild erforderliche kurze Belichtungszeit bei passabler ISO und gewünschter kleiner Blende (Sonnenstern!) nicht erreicht wird. Zwar hatte ich in weiser Voraussicht ein kleines Gorilla-Pod eingesteckt, aber der Zug den ich erreichen wollte war schon auf dem Weg und mir blieb keine Zeit mehr für die Montage. Also die Kamera samt Objektiv auf dem Gepäckträger des Fahrrades abgelegt und drauf; Immerhin mit Spiegelvorauslösung und Kabelauslöser.


Leider hatte ich zu spät entdeckt, dass ich ja am Abend vorher mit der Knipse Dokumente "eingescannt" und deshalb die Bildqualität auf "miserabel" eingestellt hatte. Also habe ich von der Fotoaktion heute morgen nur schlecht aufgelöste jpgs --> Anfängerfehler!! Und an dieser Stelle möchte jedem nur dringend raten möglichst ausschließlich raw zu schießen: Es macht wirklich einen Qualitätsunterschied für die Nachbearbeitung!!


Die Erkenntnis aus dieser Episode: Natürlich lassen sich auch mit jpgs Bilder erstellen. Aber beim Fotografieren sollte doch besser die volle Aufmerksamkeit auf das Bilddesign und die Kameraeinstellung gelegt werden. Zeitdruck ist kontraproduktiv. Und gerade Landschaftsaufnahmen verlangen nach bestmöglicher Bildqualität.


exifs:
1/13 sek, f 16, ISO 100
Brennweite: 120 mm
WB: sunlight


07.01.2015: Dem Glück auf die Sprünge helfen

Manchmal muss das Glück einfach helfen. Wie hier auf dem Fohrenbühl im Schwarzwald. Die Landschaft an sich ist ja schon traumhaft. Vor allem wenn der Schnee 20-30cm hoch liegt und sich die Äste der Tannen unter der Last biegen. Dazu ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein: Perfekt! Ein Wintermärchen wie es im Buche steht.

 

Und dann geht es doch noch besser: Wenn nämlich eine einsame Wolke über den Hügel zieht und die Bäume in einen warmen Nebel taucht, wie hier zu sehen. Dem kann sich einfach niemand entziehen.

 

Das Maximum in dieser Szene resultiert aus einer Gegenlichtaufnahme; Die allerdings nachmittags um ca. 14:00 Uhr ihre Tücken hat, denn der Kontrastumfang ist extrem hoch. Wohl dem, der dann sein Stativ dabei hat. Im Prinzip ist es zwar so hell, dass ein Dreibein für eine Einzelaufnahme überflüssig ist, aber für eine Belichtungsreihe ist es unverzichtbar damit der gewählte Bildausschnitt in allen Aufnahmen identisch ist. Das vorliegende Bild ist aus 7 unterschiedlichen Belichtungen zusammen gesetzt. Eigentlich ist HDR nicht mein Thema, aber diese Aufnahmesituation ist anders kaum befriedigend zu lösen.

 

Das Ergebnis aus dieser Episode lautet: Ein Stativ mitzunehmen ist möglicherweise lästig. Sorgt aber im entscheidenden Moment für das erforderliche Maß an Flexibilität.

12.10.2014: Making-Of: "Kölle"

Ein Klassiker, dieses Motiv. Kaum ein Fotograf der sich in Köln aufhält, wird um diese Aufnahme herumkommen. Häufig muss man sich den Standort mit mehreren "Kollegen" teilen, so auch gestern Abend. Für diese Aufnahme hatte ich nur wenig Zeit, weil Mitfahrer auf mich warteten, daher erkenne ich noch Optimierungspotenzial, das ich im Rahmen der folgenden Analyse erarbeiten werde:

Grundsätzlich bietet sich bei der vorliegenden Aufnahme eine kleine Blende an. Zum einen erhält man damit eine durchgehende Schärfe, zum anderen kann eine geschlossene Blende einen "Sterncheneffekt" bei den Lichtern herbeizaubern. Beim Schließen der Blende sollte man es allerdings auch nicht übertreiben, weil durch Beugung die Schärfe leiden kann. f16 ist also der Kompromiss, den ich hier ausgewählt habe und die Grundlage der Belichtung darstellt.

Die ISO sollte bei Langzeitbelichtungen möglichst klein gewählt werden um Rauschen möglichst gering zu halten. Die von mir für dieses Bild eingesetzte Kamera, eine Nikon D90, verfügt über eine minimale ISO von 200, also war dies meine Wahl.

Die Variable ist mithin die Belichtungszeit, die ich auf 20 Sekunden eingestellt habe. Über diesen Parameter würde man auch eine Belichtungsreihe erstellen. Das vorliegende Ergebnis wurde jedoch auf Basis einer Aufnahme erstellt. Das hier ein Stativ eingesetzt werden muss liegt auf der Hand. Außerdem hatte ich die Spiegelvorauslösung aktiviert sowie mit einem Fernauslöser die Aufnahme gestartet. Darüber hinaus habe ich mit der Hand den Sucher abgedeckt, damit kein Streulicht einfällt.

Summa summarum ließe sich das eine oder andere jedoch noch verbessern: Der Kontrastumfang ist recht hoch, so dass ich in der Nachbearbeitung korrigierend eingreifen musste. Speziell in den Tiefen geht dies zu Lasten der Bildqualität, weil sich in dunklen Flächen ein wenig Rauschen breitmachen kann.

Auch die linke Bildhälfte fällt im Vergleich zur Rechten ein wenig ab. Hier wäre durch Suchen einer alternativen Kameraposition sicherlich noch mehr zu holen. Auch ist der Zeitpunkt möglicherweise nicht optimal: Zur blauen Stunde sind die Kontraste weniger stark und die Farben intensiver. Und vielleicht gibt es noch ein paar von unten angestrahlte Wolken.

Dies und Weitere Themen sind Gegenstände meiner Kursangebote.

exif-Daten:
Nikon D90
Nikkor 16-85m f3.5-5.6 VR
35mm
f16
30 sek
ISO 200
Spiegelvorauslösung
Fernauslöser

21.09.2014: Fotoworkshop auf hoher See

 

Letztes Wochenende (Freitag bis Sonntag) hatte ich die Ehre an einem Fotoworkshop teilzunehmen, der im Rahmen eines Wettbewerbs von DFDS Seaways und Chip-Foto-Video gesponsort wurde. Im Rahmen einer Minikreuzfahrt ging es mit nur drei weiteren Teilnehmern und dem Profifotografen Rolf Otzipka von Amsterdam nach Newcastle upon Tyne. Unter dem Titel "Minikreuzfahrt" verbarg sich eine fotografische Druckbetankung. Und die Erkenntnis, dass es außer mir noch mehr Verrückte gibt :-)

Das war eine spannende Veranstaltung. Vor allem der Austausch zwischen den Teilnehmern hat noch mal den Blick für Alternativen geöffnet, was man mit seiner Knipse noch alles anstellen kann. Darüber hinaus hatten wir Zugang zur Brücke des Schiffes und zu verschiedenen anderen Stellen, die man üblicherweise an Bord nicht zu sehen bekommt.

Vor allem hätte ich nie gedacht, dass man an Bord tatsächlich eine Langzeitbelichtung mit Stativ durchführen kann. Der Diesel röhrt doch kräftig und sorgt für Vibrationen. Dennoch: grundsätzlich funktioniert das schon ganz gut, wenn man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigt; Also Spiegelvorauslösung und einen Kabelauslöser nutzen. Das Beispiel unten hat eine Belichtungsdauer von 15 sek. Gut, es ist nicht perfekt scharf, aber noch ok. Außerdem zeigt es, dass man selbst aus der Fahrspur eines Schiffes bei vollständig bedecktem Himmel noch ein spannendes Motiv generieren kann. In diesem Fall habe ich den Weißabgleich noch ein wenig kreativ eingesetzt.

02.09.2014: Gewinner im Fotowettbewerb der Chip-Foto-Video

Mit diesem Bild habe ich im August 2014 an einem Fotowettbewerb der Zeitschrift Chip-Foto-Video teilgenommen. Zu meiner außerordentlichen Freude hat die Jury beschlossen, diese Arbeit zu den Gewinnern zu zählen! Juppie!

Damit darf ich zusammen mit 5 weiteren Fotokollegen in Kürze an einer Minikreuzfahrt von Amsterdam nach Newcastle upon Tyne (und zurück) teilnehmen. Insbesondere freut mich, das auf dieser Fahrt ein Fotoworkshop u. a. zum Thema Architekturfotografie angeboten wird. In dieser kleinen Runde ist das bestimmt sehr effektiv und ich verspreche mir viele Tipps und Tricks und eine steile Lernkurve.

Nach Rückkehr werde ich an dieser Stelle über den Verlauf der Tour und meine Eindrücke aus "good old England" berichten.

Diese Arbeit ist als Juli-Bild in meinem Dänemark-Kalender enthalten!
http://www.calvendo.de/galerie/daenemark-insel-mon

 

 

22.08.2014: Monatskalender Dänemark - Insel Møn

Der Urlaub in Dänemark diente nicht ausschließlich der Erholung, sondern hatte auch einen "ernsthaften" Hintergrund: Nämlich den soviele präsentable Fotos zu schießen, dass daraus ein Kalender entstehen kann.

 

Die Insel Møn hat so viele unterschiedliche Facetten, dass eine der Herausforderungen darin besteht innerhalb von 2 Wochen möglichst viele Sehenswürdigkeiten besichtigt zu haben. Dabei besticht die Insel durch ihre Beschaulichkeit und viele freundliche Menschen. Wer Party sucht ist möglicherweise fehlt am Platz. Dafür gibt es viel schöne teils auch sich selbst überlassene Natur. Gerade so, wie ich es mag!

 

Ich freue mich, dass ich einen Verlag von meiner Fotografie überzeugen konnte und so kann ich heute die Publizierung des Kalenders bekannt geben. Der Kalender ist in 4 unterschiedlichen Formaten von DinA5 bis DinA2 verfügbar und kann im örtlichen Buchhandel oder über Internetshops wie Amazon, Calvendo oder buch.de bezogen werden.

 

Lasst Euch inspirieren !

 

 

Per Link: Zum Kalender

 

Oder per Adresseingabe im Browser: http://www.calvendo.de/galerie/daenemark-insel-mon

 

 

 

Anbei das Making of des Oktober-Bildes aus dem Kalender:

 

Die Steilküste hat eine östliche Orientierung, so dass die beste Zeit für Fotografie der frühe Morgen ist. Sobald sich die Sonne vollständig aus dem Meer erhoben hat geht der Spot an, und die Kreidefelsen erstrahlen in einem warmen rot-orange. Allgemein ist die beste Zeit für Landschaftsfotografie die Stunde vor und nach Sonnenauf- und untergang. Wir waren im Juli dort, was bedeutet für spannende Bilder früh aufstehen zu müssen. Sehr früh! In meinem Fall um 3 Uhr um sicherzustellen eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang denn auch vor Ort zu sein. Ab da sind die Fotos bei dieser Kulisse im Prinzip Selbstläufer. Empfehlenswert ist jedoch ein Ultraweitwinkel, weil der Strand nicht eben breit ist und die Klippen steil abfallen.

Grundsätzlich empfehle ich ein Stativ für Landschaftsaufnahmen. Immer. Wirklich. Auch wenn Bilder wie unten speziell beim Einsatz von Weitwinkelobjektiven auch "Hilfe" machbar wären, liefert das Stativ weitergehende Möglichkeiten wie das Erstellen von "Geisterwellen" zusammen mit einem ND-Filter oder es sorgt einfach für das letzte Quentchen Schärfe. Blöd, wenn es im entscheidenden Moment zu Hause liegt. Auch zwingt es den Fotografen ein wenig zur Ruhe: Ich gebe zu angesichts der vielfältigen Möglichkeiten beim Ablichten der Steilküste schon mal hektisch geworden zu sein. Dann aber lieber das eine Bild das "sitzt" statt vieler halbfertiger Arbeiten. Mit einem Stativ läuft man einfach weniger aufgescheucht durch die Gegend. Also nicht ohne. Nie nicht!

Natürlich passiert hier das, was in der Architekturfotografie unbedingt zu vermeiden wäre: Das Kippen der Kamera (nach oben). Mit stürzenden Linen haben wir in der Landschaftsfotografie weniger zu kämpfen, die Motive verzeihen den einen oder anderen Schwenk. Also habe ich mich entschieden den Horizont relativ tief anzusetzen. Das betont die Klippen noch etwas mehr. Alternativ könnte man mehrere Aufnahmen im Hochformat schießen, zusammensetzen und den nicht benötigten Teil im Zuschnitt entfernen. So ist im Übrigen das Cover des Kalenders entstanden.

Weiterhin kann ich bei dieser Aufnahmesituation einen Polfilter empfehlen: Wir befinden uns etwa im rechten Winkel zur Sonne, so dass der Filter seine Wirkung perfekt entfalten kann. Leider ist das 14-24 von Nikon mangels Filtergewinde dafür nicht ausgelegt. Allerdings ist die Linse so gut, dass ich manchmal denke der Polfilter ist bereits eingebaut. Lee Filters hat einen Adapter speziell für dieses Objektiv gebaut, den ich mir bei der Photokina im September einmal ansehen werde. Zu gegebener Zeit werde ich darüber berichten.

So, wer es bis hierhin geschafft hat, wird mit einigen exif-Daten zum Bild belohnt:
Nikon D800E
Nikkor 14-24mm f2.8
24mm
f10
1/500 sek
ISO 400
Bearbeitung: Tonwertkorrektur

ISO 400 ist unnötig, aber qualitativ gar kein Problem. Im Übrigen bin ich der Auffassung Rauschen ist im Wesentlichen ein Thema für die 100% Ansicht am Monitor. Nicht aber im Ausdruck. Selbstredend hätte ich auch mit ISO 100 arbeiten können. Summa summarum muss ich aber sagen, dass ich mich mehr mit dem Aufnehmen der Umgebung in meinen ganz persönlichen Arbeitsspeicher beschäftigt habe als mit Kameraeinstellungen. Wer morgens zum Sonnenaufgang die Kreidefelsen besucht, dem verspreche ich ein Erlebnis das unvergessen bleibt. Diese Landschaft nicht mit mehreren 100 Touristen teilen zu müssen (die kommen 4-5 Stunden später, dafür aber in Scharen) sondern ganz für sich alleine zu haben ist alleine schon eine Reise wert.

07.08.2014: Ein Auge für die kleinen Dinge

Wer eine Reise tut ... orientiert sich meistens erst einmal mit Hilfe des Reiseführers oder der Touristeninformation. So erreicht man sicher und elegant die "Hotspots". Genau das haben wir auch auf Dänemarks Insel Møn (lies: Mön) getan und sind damit recht gut gefahren. Wie es meine Art ist, habe ich mich im Vorfeld schon einmal durch das vorhandene Bildmaterial in eben diesen Reiseführern, Kalendern und communities umgesehen auf der Suche nach geeigneten Perspektiven.

 

Manchmal entfaltet sich das Potenzial allerdings an Orten, denen man das zunächst gar nicht zugetraut hätte. Wie zum Beispiel bei dem beigefügten Bild. Ich hatte mir eine gute halbe Stunde vor Sonnenuntergang noch einmal die Kamera geschnappt und bin damit zum Strand bei Ulvshale gewandert in der Hoffnung auf einen guten, soliden Sonnenuntergang. Insgesamt erwies sich das Licht zwar als wunderbar weich und golden, allerdings spielte der Wind nicht mit: Das Meer vergleichsweise ruhig und der Himmel wolkenfei. Gut, es gibt schlechtere Bedingungen, dennoch war Steigerungspotenzial vorhanden. Dann fielen mir die vielen kleinen dunklen Kiesel direkt am Wasser auf die, nass von der leichten Brandung, im Gegenlicht glitzerten.

 

Das bewog mich mein Weitwinkel wieder einzupacken und statt dessen eine Makro-Objektiv aufzusetzen. Manchmal liegt die Schönheit im Detail. Meines Erachtens nach gibt dieses Bild die Stimmung gut wieder. Besser möglicherweise als die Draufsicht in der Totalen. Allerdings braucht es ein paar Versuche, bis das "Richtige" Bild dabei ist. Das Auftreffen der Wellen auf den Strand ist wenig berechenbar und eher ein Fall für die Chaostheorie. In diesem Punkt spielt die Digitalfotografie ihre Stärke aus: Ich habe eine Serie von ca. 50 Bildern geschossen, irgendwann ist der Volltreffer darunter.

 

Das vorliegende Bild wurde mit einer sehr kurzen Belichtungszeit "geschossen". Dadurch frieren die Tropfen ein. Dennoch habe ich ein Stativ verwendet: Die Haltung wäre "aus der Hand" sehr unbequem gewesen. Außerdem wollte ich den Fokus präzise auf den etwas größeren Stein in der linken Drittellinie legen. Zusätzlich habe ich noch ein paar Bilder mit einer Belichtung von ca. 1/20 sek, der Effekt ist ein Feuerwerk, weil die fliegenden Wassertropfen im Gegenlicht Leuchtspuren bilden. Nach einer solchen Session empfehle ich im Übrigen Kamera, Objektiv und vor allem das Stativ zu reinigen. Salzwasser ist sehr aggressiv.

 

Schönheit und Stimmungen liegen hin und wieder im Detail verborgen. Es lohnt sich mitunter, das Augenmerk auf die kleinen Dinge zu richten.